Ateliernachrichten

Juan Miguel Restrepo Valdes, Maler, Grafiker, Kolumbien – Dresden

„Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit den Techniken und Themen der Alten Meister. Im Moment arbeite ich an dem Bild-Zyklus „Naturalienkabinett“, wo ich verschiedene Tierarten darstelle und eine Verbindung zwischen der menschlichen und tierischen Seele suche.  Temperamente, Charaktere und Gefühle spielen bei diesen Arbeiten eine wichtige Rolle. Diese versuche ich mittels der Atmosphäre, der Farbgebung und der Tierdarstellung zu vermitteln und lade den Betrachter ein, das Rätsel eines jeden Bildes zu entschlüsseln.“
 

Juan Miguel Restrepo Valdes

Henry Puchert, Maler und Grafiker, Dresden

„Ich befand mich das erste Mal in der Situation vor so vielen Schülern / Jugendlichen im eigenen Atelier über mich und meine Arbeit zu sprechen: „Große Spannung, was passiert jetzt, ich habe den Eindruck, selber etwas zu sagen, was ich sonst nicht erzähle.“

Die Klasse entschließt sich über die großen Panoramen zu sprechen, die mit verdünnter Gouache gezeichnet wurden. Sie sind sehr plastisch, konkret im gegenständlichen Sinne und man kann das benennen, was man sieht. Ihr Augenmerk liegt auf Bildelementen, die wie Ufos o.ä. aussehen (Trash sind). Die Jugendlichen sind unsicher, tasten, dennoch benennen sie viele Elemente richtig (wobei, richtig oder falsch gibt es nicht), sie benennen sie treffend. Abstrakte Bildgefüge, wie die auf dem Fußboden liegenden, wurden von den Schülern nicht aufgegriffen. Nach 1 1/2 Stunden ist die Luft raus, null Konzentration.

Auf die Frage, ob in ihrer häuslichen Umgebung Kunst hängt, konnten nur sehr wenige Schüler dies mit „ja“ beantworten. Insofern sollten die Atelierbesuche unbedingt fortgesetzt werden, um andere an die Gegenwartskunst heranzuführen.“

Zum facette Programm „Lernort Künstleratelier“, verfügbar für Grundschule, Mittelschule / Oberschule und Gymnasium.

facette Projekt Lernort Künstleratelier

Im Rahmen des facette Progjekts “Lernort Künstleratelier” haben die Schüler einer 7. Klasse des Bertolt Brecht Gymnasiums diese Arbeiten künstlerisch gestaltet:

 

Motiv “Tanz im Wald”

Elisa: „Ich nehme mit nach Hause, dass man Kunst unterschiedlich betrachten kann und man unterschiedlich kreativ sein Kunstwerk gestalten kann und das in der Kunst nichts falsch sein kann. Ich habe auch gelernt, dass Künstler sein nicht immer ein gemütlicher Beruf ist. Wir sind zu dem Thema gekommen, weil es mystisch werden sollte – das war am Anfang klar. Und dann haben wir mit dem Hintergrund experimentiert und dann haben wir Bäume darauf gesetzt.“

Christina: „Ich habe gelernt, dass Kunst nicht geplant werden kann. Sie verändert sich im Prozess immer wieder. Wir haben das Thema gewählt, weil unser Bild mystisch und geheimnisvoll werden sollte.“

Maria: „Der Tag hat mir heute sehr gut gefallen, denn wir haben einen großen Einblick in das Atelier eines Künstlers bekommen. Das „Selbstexperimentieren“ war aber am Besten. Wir haben uns das Thema ausgewählt. weil unser Bild mystisch und geheimnisvoll werden sollte.“

Malewina: „Der Tag war okay, ziemlich kalt. Wir haben viel Neues gelernt über Kunst. Thema: „Tanz im Wald“, weil es mystisch werden sollte (geheimnisvoll). Haben was ausprobiert.“

Motiv “Weltraum”

Milena: „Der Tag war gut, es gab schöne und langweilige Momente. Inspiration ist der Schüssel zum Erfolg. In der Gruppe von 4 Leuten konnten wir uns nicht einigen. Je 2 Leute haben ein Bild gemacht. Wir haben eine Spirale gemacht, die das Sonnensystem darstellen soll, mit Pappen ausgedruckt.“

Emily: „Ich nehme mit nach Hause, dass jeder Künstler eine Inspiration braucht, nur dass man diese durch unterschiedliche Dinge bekommen kann. Ich habe mit Milena das Thema Weltraum dargestellt. Das haben wir mit verschieden großen Kringeln gemacht, die die Umlaufbahnen darstellen sollen.“

Samuel: Die Bilder von dem Maler und seine persönlichen Eindrücke dazu fand ich sehr interessant. Auf unserem Bild ist ein Gebirge mit Sonnenuntergang zu sehen; weil Sonnenuntergänge so schön sind.

Motiv “Berge”

Katarina: Unser Bild Freiheit haben wir so gestaltet: Die Hand ist das Denken in Freiheit. Die Striche das wahre, innere Fühlen. Das Orange drückt die Wärme der Freiheit aus.

Meinungen zum facette Programm Atelierbesuch

Frau M. Henker, Kunstlehrerin, Bertolt Brecht Gymnasium

„Hiermit möchte ich mich, auch im Namen meiner Klasse, recht herzlich für die sehr gute Vorbereitung und Durchführung unseres Projekttages am 15.04.2011 bei Herrn Zaubitzer, Frau Otto sowie Herrn Puchert bedanken. Der Atelierbesuch war für die Schüler meiner Klasse in vielerlei Hinsicht interessant und informativ. Auch für mich als Lehrerin bot die Veranstaltung eine Vertiefung der Arbeit an den Lehrplanzielen, wie sie nur über eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunst „vor Ort“ entstehen kann.

Dabei war es gut, dass meine Schüler den Prozess der Kunstproduktion durch die sehr persönlichen Ausführungen von Herrn Puchert nachvollziehen konnten, ihre Urteils- und Kritikfähigkeit schulen sowie bildkünstlerische Wirkungen selbst erproben konnten. Ihre Fähigkeit, mit moderner Kunst umzugehen, aber auch sich selbst mit Themen auseinander zu setzen und kreative Lösungen für ihre eigene Arbeit zu finden, hat sich dadurch, glaube ich, ein beträchtliches Stück weiter entwickelt.

Deshalb bin ich sehr daran interessiert, im nächsten Schuljahr wieder mit Ihnen zusammen zu arbeiten, um das Potential, das unsere Stadt bietet, noch besser nutzen zu können.“

SCHULPROJEKT einer Dresdener Grundschule zum Thema „Der TRAUM vom Fliegen“

Schülermeinungen:

…bei dem Heißluftballon waren wir uns nicht ganz sicher – kleben wir Streifen oder Smileys drauf; dann haben wir uns für Beides entschieden

…auf dem Bild ist noch ein hungriger Vogel, ein Schmetterling und ein Zeppelin, der nach Paris fliegt…


…der Drachen jagt den Jet und fliegt ganz nah übers Haus…

…am dunklen Himmel fliegt ein gepunkteter Ballon zwischen vielen Schmetterlingen, ein gelber Vogel verlor seinen zerstreuten Schwarm, Libellen tanzen.

…es hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr schön, dass wir ein Bild so machen durften, wie wir es uns vorgestellt hatten.

…mir hat es sehr gut gefallen; die Einleitung, die vielen Bilder und das Gespräch…

…es hat Spaß gemacht und ich habe wieder etwas hinzu gelernt…

Lehrermeinung

…eine gute Einführung in die Geschichte der Luftfahrt, Motivation für das Thema, Vorstellen verschiedener Arbeitstechniken, Entwicklung der Sozialkompetenz durch Gruppenarbeit, individuelles Eingehen auf die Schüler Projekt weiter zu empfehlen!

Feedback Galeriebesuch

Praktische Arbeiten zum Projekt „Ich mache mir ein Bild von einem geschichtlichen Ort“ bezugnehmend zum Besuch der Ausstellung von U. Grossarth „Stoffe aus Lublin“ in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Dresden.

Lehrerin: “…die Auseinandersetzung mit den Arbeiten der Künstlerin U. Grossarth sowie den Texten von Victor Klemperer waren für die Schüler nicht einfach. Trotzdem konnte ein gutes Verständnis für den künstlerischen Prozess erarbeitet werden.“